War Isny in den „Goldenen Zwanzigern“ eigentlich genauso „wild“ wie Berlin oder München?
Dieser spannenden Frage gingen die Klassen 9d und 9e bei ihrem Besuch im Stadtmuseum Isny auf den Grund. Um die Brücke von der Theorie des Geschichtsunterrichts zur lebendigen Historie vor der eigenen Haustür zu schlagen, tauschten die Neuntklässler mit ihren Klassenlehrerinnen Frau Zengerle und Frau Mayer das Klassenzimmer gegen die aktuelle Sonderausstellung „ungeheuer modern – Die 1920er Jahre in Isny“. Die Ausstellung, die noch bis April 2026 zu sehen ist, bietet einen faszinierenden Einblick in ein Jahrzehnt, das geprägt war von Aufbruchsstimmung, Krisen und einem völlig neuen Lebensgefühl – auch mitten im Allgäu.
Zwischen Weltpolitik und Heimatgeschichte
Während in der Weimarer Republik die Hyperinflation tobte und in den Metropolen das Nachtleben pulsierte, zeigte die Führung durch Ute Seibold, dass der Aufbruch in die Moderne auch vor Isny nicht haltgemacht hat. Die Jugendlichen erfuhren eindrücklich, wie sich das Leben in der Provinz wandelte:
- Sport & Freizeit: Die erste Deutsche Nordische Skimeisterschaft 1924 und der Ausbau des Eistobels legten den Grundstein für den Tourismus.
- Kultur: Kino, Theater und neue Vereinsaktivitäten brachten Schwung in den Alltag.
- Kontraste: Die Ausstellung verdeutlichte den schmalen Grat zwischen dem wirtschaftlichen Aufschwung der „Roaring Twenties“ und dem drohenden Scheitern der ersten deutschen Demokratie im Jahr 1930.
Skispringer und Kamelknochen
Im Anschluss an die Sonderführung hatten die Klassen die Gelegenheit, die Dauerausstellung des Museums zu erkunden. In den modern gestalteten Räumen gab es weit mehr als nur klassische Exponate zu sehen: Von der Geschichte des Wintersports über kuriose Funde wie Kamelknochen bis hin zur Entwicklung des Wohnwagens bot das Museum einen abwechslungsreichen Einblick in die Identität unserer Stadt.
Ein herzliches Dankeschön an das Team des Stadtmuseums für die anschauliche Vermittlung von Geschichte direkt vor unserer Haustür!